Louis Vuitton – 130 Jahre Monogram

Monogram Canvas (seit 1896)
Beschichtetes Baumwollgewebe, kein Leder. Entwickelt für Reisen, gemacht für Nutzung.
Das Muster: sichtbar. Das Material: verlässlich.

Das Monogramm von Louis Vuitton ist kein leises Zeichen. Es flüstert nicht, es spricht. Und manchmal spricht es sehr laut. Im Revier, im benachbarten Düsseldorf und sogar in Köln, wo man bekanntlich nichts trägt, um jemandem zu gefallen, ist es präsent. Oder gerade deshalb.

Neverfull (2007)
Jung im Vergleich, aber sofort ikonisch.
Leicht, wandelbar, überraschend belastbar.
Alltagstasche im besten Sinn des Wortes.

Luxus im Revier ist kein Schaulaufen. Es ist Gebrauchsluxus. Dinge dürfen hier benutzt werden, sie müssen nicht geschont werden. Eine Louis-Vuitton-Tasche mit Monogram ist hier keine Abendtasche, kein Accessoire für das perfekte Licht – sie ist Begleiterin. Alltagstasche. Arbeitstasche. „Ich hab was vor heute“-Tasche. Und genau dafür war sie immer gedacht.

Wer einmal beobachtet hat, wie viele Frauen dieses Muster tragen – quer durch Alter, Stil, Anlass –, versteht schnell: Das Monogram ist demokratisch. Es gehört nicht zur stillen Elite der Understatement-Codes, sondern zu denen, die sichtbar sagen: Ich mag Qualität. Und ich benutze sie.

Vuitton Keepall
Keepall (1930)
Die Idee vom Reisen ohne Koffer.
Weich, großzügig, als Weekender konzipiert – bis heute kaum verändert.
Luxus als Beweglichkeit.

In Düsseldorf, auf der Kö, gehört das Monogram fast zur Szenerie. Das Barolo: Frau sitzt natürlich draußen, genießt die Sonne auf dem Asphalt, und dann ein schneller Blick – und sofort läuft das Kopfkino. 

Alles gut, alles schön. Aber dort, wo es viel gesehen wird, wird es auch viel kopiert. Und genau da liegt der kleine große Schmerz: Das Monogram ist eines der am häufigsten gefälschten Muster der Welt. Man sieht es. Man spürt es. Und manchmal tut es tatsächlich ein bisschen weh.

Vuitton SAC Noe

Noé (1932)
Entstanden für den Transport von Champagnerflaschen.
Vier stehend, eine kopfüber – funktional gedacht, lässig geblieben.
Eine Tasche, die nie geschniegelt sein wollte.

Ein kurzer Blick auf das Material

Die Basis aller klassischen Monogram-Taschen von Louis Vuitton ist kein Leder, sondern Canvas. Genauer: beschichtetes Baumwollgewebe – ursprünglich Segeltuch.

Canvas war nie als Luxusmaterial gedacht. Sondern als robustes, leichtes, widerstandsfähiges Gewebe für Reisen. Für Koffer, für Taschen, für Dinge, die bewegt werden. Louis Vuitton machte daraus etwas Neues: ein Material, das Regen verträgt, Gewicht aushält und trotzdem formstabil bleibt – und das sich mit dem ikonischen Muster verbinden ließ.

Die Beschichtung darüber ist funktional, nicht romantisch. Sie schützt, sie versiegelt, sie macht die Tasche alltagstauglich. Dass diese Beschichtung in früheren Jahren gelegentlich ihren eigenen Geruch entwickelte, ist kein Geheimnis – und war Thema unter Kennerinnen. Man hat reagiert, angepasst, verbessert. Auch das gehört zur Geschichte: Luxus, der zuhört.


Vuitton Alma
Alma (1992)
Architektonisch, klar, fast streng.
Benannt nach der Place de l’Alma in Paris.
Eine Stadt-Tasche mit Haltung – nicht mit Eitelkeit.

Vielleicht erklärt genau das seinen Ruf als „Einstieg in das Luxustaschen-Segment“. Nicht abwertend – sondern strukturell. Das Monogram ist zugänglich, ikonisch, weltweit erkennbar. Und immer noch gerade eben für viele bezahlbar. Es senkt die Schwelle. Wer einmal eine echte Speedy, eine Noé oder eine Neverfull getragen hat, weiß: Das ist keine fragile Schönheit. Das ist ein Stück Reisegepäck mit Geschichte. Robust. Praktisch. Und erstaunlich verzeihend.

Es geht nicht um Zurückhaltung, sondern um Verlässlichkeit. Um Dinge, die benutzt werden dürfen. Elegant? Eher nicht im klassischen Sinn. Aber souverän. Und sehr ehrlich.

Das macht es vermutlich aus, erklärt es, dieses Material, warum das Monogramm nie elegant im klassischen Sinn sein wollte.


Und dann sind da noch die Griffe

Die Ledergriffe der Monogram-Modelle bestehen aus unbehandeltem Vachetta-Leder. Und dieses Leder tut, was Leder tun soll: Es lebt. Es dunkelt nach. Es reagiert auf Licht, auf Hände, auf Zeit.

Und hier scheiden sich die Geister.

Es gibt die einen, die auf die Patina warten wie auf ein Versprechen. Die hoffen, dass das Leder schnell dunkelt, ungleichmäßig wird, Geschichte sammelt.

Und es gibt die anderen, die alles daransetzen, genau das zu verhindern: Tücher, Schutz, Vorsicht, ein fast zärtlicher Umgang.

Beides ist legitim.

Denn beides erzählt etwas über den Umgang mit Luxus. Die Patina ist kein Makel. Sie ist das sichtbare Zeichen dafür, dass diese Tasche benutzt wurde. Nicht geschont. Nicht aufgespart. Sondern getragen.

Im Revier trägt man Louis Vuitton mit Monogram nicht, um Eindruck zu machen. Man trägt es, weil es mitgeht. Weil es etwas aushält. Weil Luxus hier nicht geschniegelt sein muss, sondern zuverlässig. Und vielleicht ist genau das die eigentliche Eleganz: Dinge zu besitzen, die nicht geschniegelt aussehen müssen, um wertvoll zu sein.


Liebeserklärung an „le Speedy“

Die Speedy ist keine Tasche für große Auftritte.

Sie ist nie als Statement entworfen worden, sondern als Lösung. Leicht, handlich, flexibel. Eine Tasche, die sich dem Alltag anpasst – nicht umgekehrt.

Man sieht ihr ihre Herkunft an: aus dem Reisen, aus dem Unterwegssein, aus dem Wunsch, Dinge griffbereit bei sich zu haben. Sie lässt sich abstellen, einhaken, mitnehmen. Sie verzeiht. Sie wird weicher. Und irgendwann trägt sie Spuren – nicht von Nachlässigkeit, sondern von Leben.

Vielleicht ist sie gerade deshalb so präsent geblieben. Nicht, weil sie besonders sein wollte. Sondern weil sie immer funktioniert hat.

Vuitton Speedy Monogram
Speedy (ab 1930)
Ursprünglich als „Express“ für das schnelle Reisen entworfen.
Leicht, handlich, faltbar – eine Tasche für unterwegs, nicht für den Auftritt.
Bis heute ein Klassiker für unterwegs.

Im Revier passt das gut.

Hier müssen Dinge mitgehen, nicht glänzen. Sie dürfen altern, sich verändern, Charakter entwickeln. Die Speedy tut genau das – seit Jahrzehnten. Still. Zuverlässig. Und ohne sich je wichtiger zu nehmen, als sie ist.

Und vielleicht ist es genau das, warum wir sie lieben.


Bildhinweis:
Die Bilder sind Eigentum von Louis Vuitton. Herzlichen Dank an das Team von Louis Vuitton Düsseldorf für die Nutzung der Fotos.


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