Macht süchtig: Der Fiat Abarth 595

Kleine Autos sind, so mein Eindruck, deutlich im Kommen. Mit „Klein“ meine ich äußerlich klein.

Der Klassiker war und ist, wenn ich über einen Klein-, nein, eigentlich einen Kleinstwagen rede, der Fiat 500. Ein bezauberndes Auto, sieht knuffig aus, wird sogar von Männern gefahren (doch, doch!), und ist für die Stadt aufgrund der Größe ideal. Bis auf den Wendekreis, da meint man glatt, es ist ein Lieferwagen.

Nun gibt es – Hurra! – dieses Kfz auch in einer motorisierten Nicht-Minimal-Version von üblicherweise zwischen 69 bis 105 PS, sondern als sportliche Rennsemmel. Die Rede ist vom Abarth.

Äußerlich ist erst einmal alles gleich: Der klassische Cinquecento ist 3,66 m lang, sein sportlicher Bruder, der Abarth 595 natürlich auch. Die Breite von 1,63 m verleitet gerne zum Durchzischen in Autobahnbaustellen, auf der linken Spur natürlich. 

Viele Details wurden vom 500er übernommen: Version „Kombi“ oder „Cabrio“, das Armaturenbrett, das Multifunktionslenkrad. Dieses lässt sich sehr gut und intuitiv bedienen. AppleCar-Play nebst einem soliden Navi runden das Angebot ab.

Allerdings, und hier beginnt jetzt der Spaß, ist die Motorisierung eine völlig andere: Der kleine T-Jet-Motor beginnt mit 145 PS (Custom, das Einsteiger-Modell), geht über den Pista bzw. Turismo mit 165 PS bis zum Competizione, liebevoll von den Abarthista „Compe“ genannt. Dieser hat 180 PS, ggf. mehr, wenn ein Chip eingebaut wurde.

Sehr übersichtlich: Das Armaturenbrett

Was als erstes auffällt: Man hört dich. Wirklich! Die Auspuffanlage ist, selbst beim Turismo, markant. Sehr schön anzuhören aber ist die berühmte Record Monza. Es brummelt nur so *lach* Ihr merkt, ich gerate ins Schwärmen! Diese gibt es leider nicht beim Modell „Turismo“.

Ich fokussiere mich jetzt mal auf das Modell „Turismo“, das ich seinerzeit gekauft habe mit dem Gedanken: Der hat zwar ein Sportfahrwerk, aber nur hinten Koni-Stoßdämpfer, ist also eher was für nicht mehr so junge Damen. Pustekuchen! Das Fahrwerk ist hart, das Fahrzeug liegt, mit DEM Radstand und dem Fahrwerk, wie ein Brett auf der Straße. Und, um es mal im Ruhrpott-Jargon zu sagen: Er geht ab wie Schmitz´ Katze. Immerhin fährt das kleine Motörchen mit seinen 165 PS, aufgebrezelt mit einer Stage 1 von POGEA Racing von 165 auf 194 PS, eine Endgeschwindkeit von 218 km/h.

Was nicht ganz unwichtig ist: Der Drehmoment liegt beim Turismo bei 230 Nm, und mit der kleinen Anpassung von POGEA dann bei 335 Nm.  DAS MACHT SPASS!

Denn: Äußerlich handelt es sich ja immer noch um den klassischen Kleinstwagen Fiat 500. Wenn man, nein Frau, dann auf der Autobahn, besser aber auf Landstraßen, die auch Motorradfahrer gerne fahren, unterwegs ist, dann kommt das Potential des kleinen Kraftpakets voll zur Entfaltung. Frau startet, fährt das Fahrzeug nach alter Väter Sitte warm, und zischt dann Richtung Autobahn: Bereits in der Auffahrt – hatte ich gesagt, dass ich beim Auffahren die berühmte „SPORT-Taste“ gedrückt habe? – zischt die kleine Kiste mühelos in die erste, und dann in weitere links liegende Spuren. Bis ca. 210 km/h nimmt der rote Bomber problemlos Gas an, es gibt immer noch einmal einen Schub. Allerdings, das möchte ich nicht verhehlen: Bremsmanöver, vor allem abrupt, bei hohen Geschwindigkeiten, sind nicht zu empfehlen… 

Zur Optik können übrigens diverse Nettigkeiten dazu gebucht werden, wie gelbe oder rote oder andersfarbige Bremssättel. Ledersitze. Getönte Scheiben hinten/hinten seitlich. Und es gibt an der Seite so ein kleines Badge mit dem Hinweis: 70 Jahre Abarth.

Meine persönlich interessanteste Tour war ein Treffen mit 38 Abarths unterschiedlichster Motorisierung, üblicherweise aber ab Turismo (165 PS, ggf mehr). Es gab mehrere Gruppen, eine Tour-Mappe (ich schreibe das jetzt mal deutsch), und ein Guide, der die Strecke kannte, und vorweg fuhr. An diesem Tag bin ich, an der Stoßstange eines ehemaligen Rallye-Fahrers hängend, gute 200 km Kurven im Bergischen Land gefahren, immer nach dem Motto: Wenn der Vordermann da durchkommt, kann ich das auch. Und es ging!

Empfehlung, wenn ihr Spaß an einer giftigen kleinen Rennsemmel habt, die natürlich von allen völlig unterschätzt wird, sieht sie doch aus wie so ´n kleiner Cinquecento: Leiht euch solch ein Fahrzeug einmal aus! Man bekommt das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Es ist unglaublich: Das Fahrverhalten, der Sound, die Kurvenlage – einfach nur KLASSE!

Kleine Einschränkung: Der Alu-Schaltknauf wird im Sommer so heiß, dass man meint, es gibt ein Brandzeichen in die rechte Handfläche. Und im Winter: Huh! Da fällt einem fast die Hand ab, so kalt wird dieses kleine Alu-Teil! Deshalb musste ich mir unbedingt ein paar Autofahrer-Handschuhe kaufen, passend zum Fahrzeug in schwarz mit rrrot…

Abarthfahren macht süchtig!

Thema Kofferraum, nicht ganz unwichtig, wenn Frau zum Gartenmarkt fährt, um ein wenig einzukaufen. Eine kleine Episode dazu, nämlich die Gesichter zweier Herren, als ich mit dem vollgepackten Einkaufswagen auf den roten Bomber zufuhr: Göttlich!

Gerne steht Marco Martini, natürlich auch Abarth-Fahrer, mit mehr Informationen zur Verfügung. Marco ist (m)ein guter Berater im ARO-Autohaus, er geht sehr auf seine Kunden ein, und er hat Abarth im Blut. Und einen leckeren Espresso gibt es auch noch.

Die Preise und Verbräuche für dieses Fahrzeug, das (mir) einfach nur Spaß macht, bitte ich, der Homepage von ABARTH zu entnehmen.

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Fotos: Florentine

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